Freitag, 4. Dezember 2009

Interreligiöser Dialog

Es ist schön, dass die Vertreter der Religionen untereinander das Gespräch suchen und miteinander reden, über Gott und die Welt. Da kann man miteinander darüber reden, ob denn Jesus Gottes Sohn sei, ob er göttlicher Natur sei oder nur ein Prophet, ob Maria mit Gott Vater verheiratet war, ob Allah denn nun wirklich keine Töchter habe, und wer denn nun wirklich recht hat.

Es ist auch schön, dass der Rat der Religionen nur die monotheistischen Religionen umfasst, und keine Buddhisten, Konfuzianer oder Hindus, und schon gar keine Atheisten. So verlieren jene keine Zeit und können sich um Gescheiteres kümmern. Sollen die doch unter sich ausmachen, wer nun Präsident wird im Gottesstaat, wer Aussenminister, und wer die Finanzen hat.

Es ist gut, wenn der Staat den interreligiösen Dialog dort lässt, wo er hin gehört: Zu denen, die das glauben.

Denn der Staat sollte sich um den Staat kümmern, um die Realität, und nicht um den Glauben, der auf etwas beruht, was früher mal Leute erzählt haben, dass sie es gehört hätten, von Leuten, die Offenbarungen gehabt hätten. Medizinisch sind Offenbarungen nicht von Halluzinationen zu unterscheiden.

Der Staat kann den interreligiösen Dialog ruhig laufen lassen.

Der Staat muss die Herrschaften höchstens von Zeit zu Zeit darauf hinweisen, dass Offenbarungen keine Grundlage für Gesetze und Ausnahmeregelungen sind.

Comment (1)

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Gottverdammt richtig!
wie Broder sagt:
Wo bleibt die Religionsfreiheit?

Diese besteht nicht darin, dass jeder jederzeit seinen Glauben überall ausüben kann. Dafür gibt es Kirchen, Synagogen, Moscheen und andere Gotteshäuser. Was wir jetzt mit den Muslimen als Avantgarde erleben, ist die Klerikalisierung des öffentlichen Raumes. Wir haben zweihundert Jahre gebraucht, um die Religion zu privatisieren jetzt geht es wieder rückwärts.

Sie sind ein Pessimist.

Nein. Es hat sich eine neue Form von Religionsfreiheit breitgemacht. Sie wird so verstanden, dass man das Recht hat, seine Religion zu wählen. Dabei ist vom Recht, keine Religion zu haben, überhaupt keine Rede mehr. In einer säkularen Gesellschaft ist das Recht, areligiös oder antireligiös zu sein, ein Grundrecht. Heute geht es um religiösen Dialog und um interreligiöse Aktivitäten. Immer unter der Voraussetzung, dass die Menschen an Gott glauben. Die «Ungläubigen» werden dabei regelrecht exkommuniziert. Damit hat sich die islamische Anschauung von Glauben und Unglauben durchgesetzt.

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