Montag, 25. Januar 2010

"Ängste und Unsicherheit dem Fremdartigen gegenüber"

Jetzt ist die VOX-Analyse zur Minarett-Abstimmung da, und nun werden alte und neue Mythen gepflegt.
Ein Kommentar zum Artikel im Tagesanzeiger illustriert das schön:
Diese unsägliche Diskussion bringt uns nicht weiter und löst keine Probleme, wenn wir nicht den Mut und Respekt aufbringen, unsere Ängste und Unsicherheit dem Fremdartigen gegenüber offen anzugehen. Habe wieder 'Der Pianist' von Roman Polanski im 3sat gesehen und war bestürzt, wie nah wir uns bereits dem damaligen Nationalsozialismus angenähert haben. Erschreckend!!! ("Luzia Keller" 00:27 Uhr)
"Ängste und Unsicherheit dem Fremdartigen gegenüber" - Das ist der Mythos, mit dem man Islamkritiker zu Kranken erklärt, und sich selber zum Doktor. Natürlich folgt unmittelbar darauf der Nazi-Vorwurf.

Man kann nach Minarett unbestimmte Ängste googeln, nach minarett diffuse ängste, und man wird hunderte von Beiträgen finden, in denen die Ferndiagnose der Schweizer Minarettgegner kolportiert wird. Natürlich sagt nach der Abstimmung der eine oder andere, man müsse die diffusen Ängste der Bevölkerung ernst nehmen, und damit bleibt dieser eine oder andere weiter Therapeut und Doktor für die irregeleiteten Minarettgegner.

Die Doktoren und Therapeuten sagen im übrigen nie, man sollte den Kritikern zuhören und den Islam genauer ansehen. Das Problem kann gar nicht beim Islam liegen, es muss bei einem verängstigten Stimmbürger liegen.

Als Doktor weiss man das einfach. Dass die Islamkritiker den Islam kritisieren, zeigt, dass sie ein Problem mit den Muslimen haben, mit Fremdartigen, mit Unbekanntem, und damit letztlich mit sich selber, und mit ihrem nur leicht übertünchten Rassismus. So ist das. Rassismus, wie eben die Nazis. Und da muss man ansetzen, beim übertünchten Rassimus, den man als Doktor messerscharf ferndiagnostiziert hat. Im Rassismus steckt die Angst vor dem Fremden, und damit vor dem Fremden in sich selber, und daran leiden die Minarettgegner: An diffusen Ängsten vor sich selber und ihrem wahren Ich.

Da kann der Doktor helfen, denn bei ihm ist das nicht so. Er hat den vollen Zugang zu sich selber und weiss darum, was gut ist für die anderen. Er kann helfen. Er weiss, was Sache ist.

Und darum braucht man als Doktor auch keine Kairoer Erklärung der Menschenrechte zu lesen, auch nicht Artikel 24. Sowas nehmen nur Leute ernst, die an diffusen Ängsten leiden und glauben, dass Terror etwas mit dem Islam zu tun habe.

Krank, sowas, einfach krank. Zum Glück gibt's die Doktoren mit ihren klarsichtigen Ferndiagnosen.
 

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